Das Curriculum

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Das Curriculum

Selbstverständlich hat jedes „Immersion Programm“ jeder Nation seine eigene Ausgestaltung, seine Richtlinien und seine Prinzipien. Andererseits sollte jede Schule generelle Kriterien haben, nach denen sie ihren eigenen Lehrplan entwirft und weiter entwickelt. Ich habe unterschiedliche Schulprojekte besucht und möchte einige Grundsätze herausarbeiten, die für jede Entwicklung eines Curriculums einer Schule für die Ersten Nationen wichtig sind.(1)

Der Lehrplan sollte die unterschiedlichen Lernmuster widerspiegeln. Obwohl diese Paradigmen für die eingeborenen Menschen sehr leicht zu verstehen sind, ist es oft schwierig, das Curriculum den Mitgliedern anderer Kulturen mit unterschiedlichen Erziehungssystemen verständlich zu machen.

Die Basisprinzipien aller ausformulierten Curricula beziehen sich auf die Integration praktischer Erfahrungen in den Unterricht.(2)

Seit tausenden von Jahren haben die eingeborenen Menschen überall auf der Welt Methoden und Wege des Lernens entwickelt. Es gab keinen Mangel an Erziehungsprinzipien oder Lehrformen bevor die Ausländer der dominanten Kulturen ankamen. Diese brachten andere Sprachen und Erziehungsgrundsätze mit, die aber nie eine Relevanz für die verdrängten Kulturen hatten.

Alle Kinder in jeder Nation wurden und werden erzogen, ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft zu sein. Sie sollen Verantwortung für den Erhalt ihrer Kultur übernehmen können. Dieses Ziel soll von jedem Immersion Programm verfolgt werden, das die Kultur mit der eigener Sprache lehrt. Von diesem Bildungsauftrag werden einige grundsätzlichen Ideen und Ziele abgeleitet.

 

1. Prinzipien des Lernens und der Anwendung

Das Annehmen und die Anwendung des Gelernten erhöht das Wissen

Lernen ist eine naturgegebene Fähigkeit der Menschen. Die effiziente Lernförderung des Schülers ist die wichtigste treibende Kraft hinter allen erzieherischen Plänen und Entscheidungen. Sie setzt auch die Maßstäbe für die Gestaltung der Klassen und des Unterrichts. Lernen heißt aber auch das Gelernte anzunehmen und in sein eigenes Weltbild zu integrieren. Insofern ist Lernen ein konstruktiver und aktiver Prozess entgegen der Annahme, der Schüler wurde nur passiv Wissen „konsumieren“. Schüler lernen durch Ausprobieren, Experimentieren und einfach indem sie das Gelernte anwenden. Die Methoden der Anwendung entsprechen den Methoden des Lernens selbst.

 

2. Förderung der natürlichen Fähigkeiten

Einen Menschen zu bilden heißt nicht auf eine „tabula rasa“ schreiben

In der westlichen Welt wird das neugeborene Kind als eine Tafel angesehen, die mit dem Wissen der menschlichen beschrieben wird. Information wird in das Gehirn des Kindes geschrieben, in der Annahme, daraus würde sich ein Wissen (oder sogar Weisheit) irgendwie von selbst entwickeln. Das führt zu dem Irrtum, ein menschliches Wesen könnte für den Bedarf der Gesellschaft geformt werden. Wenn die Ökonomie dieses Denken dominiert wird diese Erwartung sogar so überzogen, als sollte der Mensch für den Bedarf der Wirtschaft entwickelt werden. In diesem Bild wird Information in den natürlichen Menschen eingefüllt, damit er effizient arbeitet. Das Ergebnis sind oft unglückliche Menschen in einer unglücklichen Gesellschaft.

Die Akzeptanz der Natur führt zu dem Konzept, nach dem jeder Mensch von Natur aus alle Fähigkeiten hat, möglicherweise aber nicht in offensichtlicher Form. Die Erziehung und „Kultivierung“ eines Menschen bringen seine Fähigkeiten zur Geltung und lassen ihn aufleben. In diesem Bild ist die Information bereits in der Lebenskraft eines jeden natürlichen Wesens. Im Ergebnis finden sich die Menschen möglicherweise sogar in denselben Lebensumständen, Berufen und Entwicklungen wieder – aber mit der weitaus höheren Wahrscheinlichkeit für ein glückliches und zufriedenes Leben.

 

3. Verschiedene Intelligenzen entwickeln


Es gibt nicht nur eine Intelligenz

In der Erziehungswissenschaft ist erwiesen, dass Menschen mit mehreren Intelligenzen gesegnet sind, von rationaler Intelligenz über emotionale bis zu künstlerischer Intelligenz. Keine Intelligenz ist wertvoller als die andere. Alle Formen des Wissens werden gefördert damit die Schüler abgerundete individuelle Persönlichkeiten werden.

 

4. Lernen in der Schule und in der schöpferischen Natur

Wissen wird in der Schule und in der Natur erworben. [img_assist|nid=63|title=Curriculum-en|desc=|link=none|align=right|width=398|height=354]

Die Lernumgebung soll alle Möglichkeiten außerhalb des Schulhofs umfassen (Tiere, Garten, Wohnungen) und soll kulturell angepasste Übungen in den Schulalltag integrieren. Die Lernumgebung soll kooperative und gleichberechtigte Lehrmethoden umfassen, sowie die Bildung von Beziehungen zwischen den Schülern, den Lehrern und der Gemeinschaft.

 


5. Lehren als Vorbild

Ein Mensch verhält sich wie der, von dem er gelernt hat.

Die Immersion Schule ist eine Gemeinschaft von Lernenden. Sie hat keine Grenzen oder Begrenzungen. Sie adaptiert das Beste aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Lehrer sind selbst Lernende die permanent nach Wegen suchen, die Schüler zu motivieren. Sie suchen nach neuen Erkenntnissen, der Welt einen Sinn zu geben. Das Curriculum integriert statt in Schubladen zu sortieren, abzusondern, zu reduzieren oder zu etikettieren.

 

6. Praktisches Lernen

Die Kultur der Ersten Nationen ist sehr praktisch orientiert. Die Kinder lernen die alltäglichen Notwendigkeiten für ihr Leben indem sie die Lehrer imitieren und einfach probieren und ihre Fähigkeiten üben. Die Schüler der Immersion Schulen lernen durch Erfahrungen, Experimente und produktives Tun. Die Lernmethoden sind auf diese Prinzipien abgestimmt.

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(1) In einer Übersetzung des Begriffs „First Nations“ nenne ich die jeweiligen Ureinwohner „Erste Nationen“. Sie werden deshalb so bezeichnet, weil sie jedenfalls vor der Verdrängung ihrer eigenen Kultur das Land allein bevölkert haben.

(2) Einige Punkte sind aus dem Hawaiian Language Immersion Programm zitiert: Papahana Kaiapuni Hawaii (1994), p. 13, 14